Dokumentarfilme

Dokumentarfilme zu politischen, historischen, sozialen und ethischen Themen

 

 

In Arbeit:

 „Mitten in Hamburg“
Ein Filmprojekt über die Alsterdorfer Anstalten 1945-1979
von Bertram Rotermund und Rudolf Simon.

Ausgehend von den Euthanasieverbrechen im Nationalsozialismus – mehr als 500 behinderte Bewohner wurden willfährig von den Verantwortlichen in die Tötungsanstalten der Nazis deportiert –  zeichnet der Film die Geschichte der Alsterdorfer Anstalten bis in die 80iger Jahre nach.

Sie wird erzählt über die Berichte aus dieser Zeit von noch lebenden ehemaligen Bewohnern und Mitarbeitern. Photos, Dokumente und historische Filmaufnahmen werden die Atmosphäre und den Geist der damaligen Zeit im Film wieder sichtbar werden lassen.
Auch nach Kriegsende änderte sich für die Bewohner der Alsterdorfer Anstalten lange Zeit wenig: Zwar mussten die leitenden Personen gehen, zur Rechenschaft gezogen und bestraft wurde keiner von ihnen. Aber das gesamte Personal (95% der Mitarbeiter waren ehemalige Parteigenossen, Mitglieder der SA oder anderer Gliederungen der Partei) blieb und mit ihnen die Massenquartiere, kollektive Hygieneverrichtungen, Aufhebung jeglicher Intimsphäre dazu auch Formen direkter Gewalt wie Essensentzug, Schläge, Strafestehen, Strafliegen, Fixierungen, Zwangskleidung und Einsperren.

Erst als Ende der 70iger Jahre jüngere Mitarbeiter und Zivildienstleistende die menschenunwürdigen Zustände anprangerten und damit in die Öffentlichkeit gingen, setzte allmählich ein Paradigmenwechsel ein.
Neue Konzepte in der Behindertenhilfe entstanden. Im Zentrum steht nun der Mensch mit Behinderung, der mit weitestgehender Selbstständigkeit sein Leben mit professioneller Unterstützung planen und entwickeln soll.
Heute ist Alsterdorf ein diakonisches Dienstleistungsunternehmen mit zahlreichen Angeboten für Behinderte und Nichtbehinderte. Auf dem Gelände der ehemaligen Alsterdorfer Anstalten befindet sich heute ein offenes Stadtteilzentrum.